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Ferienübersicht und A-B-Schulwochen: der MPG-Ferienkalender

   

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Mitte des Schuljahres war es dann beschlossen: Der Wagner-Deutschkurs fährt vom 23. bis zum 25.07.2009 in den Elsass. Und so trifft man sich in aller früh vor dem MPG, wo der Bus um 7 Uhr in Richtung Colmar abfährt. Die Stimmung ist gemischt und reicht von Vorfreude über Müdigkeit bis zur Gleichgültigkeit. Unterwegs geht man in Gedanken nochmals seine Reisetasche durch und klärt ab, welche vergessenen Sachen man sich von den Mitschülern leihen kann.

Nach einigen Stunden Fahrt, die den gelangweilten Businsassen z.T. wie eine Ewigkeit vorkam, kommt man endlich in Colmar an.

Das Programm beginnt mit einem Besuch im Musée d’Unterlinden in Colmar, in dem man den Isenheimer Altar, zu sehen bekam. Die Stunde darauf konnte man etwas in der Stadt bummeln und danach ging es weiter zur zweiten Station unserer Reise, dem Lingenkopf, ein Schauplatz des Ersten Weltkriegs. Dort konnte man noch einen Teil der Schützengräben begehen, mussten aber aufpassen, dass man den gekennzeichneten Weg nicht verließ, da es immer noch alte Minen im Boden gab. Anschließend besuchten wir noch das Museum, welches einen Anblick des französischen, als auch deutschen, Waffenarsenals zu dieser Zeit bot und mit Hilfe der vielen Fotos, Gemälde und Modelle konnte man sich in die Situation hineindenken.

Gegen Abend konnten wir, nach einem kurzen Besuch in einem Supermarkt, denn für Verpflegung mussten wir selber sorgen, endlich unsere Zimmer in der Herberge beziehen.

Die Zeit nach dem Abendessen stand immer zu unserer freien Verfügung, was nicht unbedingt was Schlechtes heißen musste, doch „hätten die Leute hier gewusst, was sie sich einhandeln, hätten sie das Doppelte verlangt“.

Der zweite Tag beginnt recht früh, vor allem, wenn man Küchendienst hat. Der erste Tagespunkt ist ein Besuch im ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof. Die Baracken und das Krematorium sind noch erhalten, was mich schockierte. Im Museum findet man dann noch Informationen zu allen großen Konzentrationslagern im Dritten Reich und einen kurzen Film mit Bildmaterial aus diesen.

Danach gehen wir auf einen „kurzen Spaziergang“, wie Herr Wagner es nannte, und folgen den Spuren des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz, um letztendlich mitten im Nirgendwo zu Vespern. Am Ende der Wanderung liegen 8km und 400 Höhenmeter hinter uns. Zu unserem Erschrecken, kommen wir genau da raus, wo wir gestartet sind und es geht weiter ins Oberlin Museum, welches an dem Tag wohl auch das Ziel einer französischen Grundschulklasse war. Anschließend folgte ein kurzer Besuch in der Kirche von Waldersbach, in der Lenz und Jean-Frédéric Oberlin, der 59 Jahre Pfarrer in Waldersbach war, predigten. Danach ging es mit dem Bus zurück zur Herberge. Zum Abendessen wurde GGG(Gerds1 Grandioses Gulasch) serviert, welches für helle Begeisterung sorgte und natürlich sofort weg war. Den Abend verbrachte man in einer geselligen Runde im Gemeinschaftsraum, der gegen Mitternacht auch von einem etwas verschlafenen Herr Wagner besucht wurde, denn „des mit der Nachtruhe müssen wir noch üben“.

Am letzten Tag hieß es, wieder recht früh; aufstehen, frühstücken, Sachen packen, Zimmer aufräumen und weg waren wir. Unser nächstes Ziel war ein abgelegener Hügel, auf dem wir unser letztes Referat hörten und noch einmal die schöne Aussicht genießen durften. Jetzt hieß es „auf nach Straßburg“! Auf dem Weg dorthin erhielten wir genaue Angaben, wann wir wieder da zu sein hatten, nämlich „genau um 15.55! Wer zu spät kommt... hat Pech gehabt!“. Unser Aufenthalt dort begann mit einer Besichtigung des Münsters, die restliche Zeit stand zu unserer freien Verfügung.

Fast alle waren aber schon mindestens eine Stunde früher beim Bus, denn für Straßburg hat man zu viel Zeit und zu wenig Geld, und so sitzt man gemütlich auf einem kleinen Steg bei der Ill, die nach unserem Aufenthalt um Melanies Handy und Erwins „Schuhe“ bereichert wurde. Kurz vor 16 Uhr waren wir dann alle am Treffpunkt und es ging endlich nach Hause! Unterwegs machten wir dann noch kurz auf einem Rasthof halt und gaben unser verbliebenes Geld für Eis oder andere Sachen aus. Um 19.40 Uhr kamen wir dann endlich beim MPG an und somit endete eine spaßige und sehr gut organisierte Exkursion, auf der sich keiner über Langeweile beschweren konnte.

Gesamturteil: Gut, denn ich habe die Stammkneipe von Goethe und Lenz vermisst, die wir eigentlich in Straßburg besuchen wollten, aber vielleicht lag es ja an unseren Trinkgewohnheiten. Wer weiß?

1Für diejenigen, die es nicht oder nicht mehr wissen: Gerd war der Name des Busfahrers