Anfang Mai begaben sich 16 Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums zusammen mit Ihren beiden Begleitlehrerinnen auf die Reise über den großen Teich zu einem fast dreiwöchigen Aufenthalt an ihrer Partnerschule, der Grove City High School, in Grove City. Einer Stadt, direkt außerhalb von Columbus, die mit etwa 40.000 Einwohnern noch etwas kleiner ist als Heidenheim, sich aber aktuell aufgrund wirtschaftlicher Bedingungen ständig weiter entwickelt, wie ihr Bürgermeister, Richard  Stage, bei einem Frühstück mit den Schülern begeistert ausführte.

Die Gruppe erfreute sich an einem umfangreichen Programm, das mit Übungen zur Team-Bildung (siehe Foto) in einem abgelegenen Waldstück begann und mit der Besichtigung einer der größten Universitäten der Vereinigten Staaten, der Ohio State University, endete.

Austausch, zum 29. Mal in Folge, das heißt  aber auch in die Selbstverständlichkeit des Alltagslebens einer amerikanischen Familie einzutauchen und die Lebensweise mit seiner eigenen abzugleichen, Vorurteile in Frage zu stellen und Meinungen zu revidieren. Besonders aufschlussreich ist es, den dortigen Schulalltag mit dem Unsrigen zu vergleichen. Während ein 10-KLässler im bilingualen Zug am Max-Planck-Gymnasium 14 verschiedene Unterrichtsfächer hat, belegt ein amerikanischer Schüler an GCHS zwei bis drei Pflichtfächer und vier Optionen, wird in diesen Fächern aber täglich unterrichtet. Austausch, das heißt auch, sich Gedanken darüber zu machen, was wertvoller ist: eine breite Grundausbildung oder hochmotivierte Schüler in ihren Wahlfächern.

Inklusion war ein weiterer herausragender Aspekt dieser Austauschbegegnung. An unserer Partnerschule in Grove City werden alle Kinder zwischen 14 und 18 Jahren gemeinsam unterrichtet. Es war sehr beeindruckend zu erleben, wie freundlich und aufmerksam ein des Sprechens nicht fähiger Jugendlicher integriert wurde und wie er seiner unbändigen Freude an der Chormusik seiner Mitschüler mit begeistertem Klatschen und strahlenden Augen Ausdruck verleihen konnte.

Seit einer Woche nun sind die amerikanischen Partner am MPG zu Gast, lernen unseren Schulalltag kennen und erkundeten die Städte Heidenheim und Ulm bei herrlichstem Sommerwetter.

„Sportliche Aktivitäten an unseren Schulen“ – so lautet das Thema der Begegnung.

Nachdem die deutschen Schüler Baseball und Golf erproben durften, lernten ihre amerikanischen Partner in dieser Woche das Fechtzentrum kennen.  Manch einer war begeistert von dieser sportlichen Art, seinen Partner zu treffen, auch wenn es im richtigen Outfit eine sehr schweißtreibende Aktivität war.

Als weitere, in Amerika kaum bekannte Sportart steht in dieser Woche das Disc-Golfen auf dem Programm. Im sportlichen Rahmen fand auch die Begrüßung der Gäste auf dem Gelände des Marineheims statt – dank zweier Mitglieder des Vereins mit Rudern und Knotenvorführung.

Sportliche Aktivitäten? – Da darf in Heidenheim Fußball nicht fehlen. Während wir das Crew Stadion in Columbus besichtigen durften, bekommen unsere amerikanischen Gäste am Freitag die Möglichkeit, die Voith Arena kennen zu lernen.

Auch touristischer Austausch liegt in dieser Begegnung. Während unsere deutschen Schüler vier Tage lang das faszinierende Flair New Yorks in sich aufsaugten, besuchte die amerikanische Gruppe München, Salzburg, Innsbruck, Lindau und Schloss Neuschwanstein.  Aber auch Dachau steht seit Neuestem auf dem Besichtigungsprogramm unserer amerikanischen Partner mit dem Versuch, die deutsche Geschichte besser zu verstehen, ein ganz wichtiger Aspekt des Austausches, der mit einem Besuch der Elser Gedenkstätte in Königsbronn abgerundet wird.

Was können wir deutschen und amerikanischen Jugendlichen besseres bieten als diese Möglichkeit, ihren Horizont im direkten Austausch zu erweitern? Eltern, hier wie drüben, haben sich mächtig dafür ins Zeug gelegt, den Aufenthalt um viele Erlebnisse zu erweitern und auch allen Beteiligten an den beiden Partnerschulen ist klar: Wenn dieser  Austausch am 1. Juli zu Ende geht, wird der nächste vorbereitet, der 30., und es wird ein besonderer werden.