Ein heißer Tag. Draußen sind es 36 Grad. In der Großsporthalle Schwäbisch Gmünd „kühle“ 30 Grad. Darin springen, hechten und schwitzen die Mannschaften des Regierungspräsidiumsfinale Stuttgarts um die Tickets ins Landesfinale Baden-Württemberg im JtfO Volleyball Wk4.

Auch dabei: die Mannschaft des MPGs, die eigentlich als Underdog in einem bärenstarken Teilnehmerfeld mit dem Ziel angereist war, einfach Spaß am Volleyball zu haben und Erfahrung zu sammeln.

Im gelosten Viertelfinale trafen die Heidenheimer auf das Gymnasium aus Stuttgart-Cannstatt. Nach anfänglicher Nervosität (5:4) fanden die MPGler immer mehr ins Spiel. Nick Weireter setzte die Gegner ab sofort mit gezielten Aufschlägen unter Druck. Schnell machte sich die Hoffnung breit, das Halbfinale zu erreichen. Mit dieser Hoffnung im Nacken spielten die MPGler den ersten Satz im Rausch sogar im Schneider (unter 10 Punkte: 25:9!).
Die gegnerischen Spieler wehrten sich tapfer, hatten aber gegen den Siegeswillen unserer Jungen keine Chance. 25:14 lautete das Ergebnis des zweiten Satzes.

Hans-Baldung-Gymnasium Schwäbisch-Gmünd, ein Gegner mit extrem guten Spielqualitäten, schien ein übermächtiger Gegner zu werden. Das Heidenheimer Team setzte die taktischen Vorgaben von Lehrer Uwe Altenborg nahezu konsequent um:  Aufschläge zwischen die Annahmespieler, Angriffe mit Spielintelligenz in die Lücken und Laufbereitschaft in der Abwehr. Insbesondere am Ende des ersten Satzes zeigte sich, dass der Druck zu gewinnen auf den Schultern der Gmünder lag. Bei 20:19 wehrte erst Elias Jester-Zürker einen krachenden Angriffsschlag des Gegners ab, der dann zum Punktgewinn führte. Dann folgte ein Annahmefehler der Gmünder, den Simon mit einer linken Klebe auf die 3m-Linie setzte. Der Wille war gebrochen. 25:20 lautete das Ergebnis des ersten Satzes..
Und die Mannschaft um Kapitän Simon Grotz setzte noch einen drauf. Ungefährdet verlief der zweite Satz zu Gunsten der Heidenheimer, da auch Elias Jester-Zürker mit seinen variablen Angriffen immer erfolgreicher wurde. Mit etwas ungläubigem Blick bejubelten die MPGler dann die Überraschung des Tages: den Finaleinzug und damit die Qualifikation für das Landesfinale.

Auf der anderen Netzseite stellten sich das Gymnasium Bad-Mergentheim mit einer unerfahrenen, aber äußerst talentierten und ausgeglichenen Volleyballmannschaft einen unbequemene Gegner. Den ersten Satz verschliefen die MPGler wegen aufkommender Unsicherheit. Was vorher noch ein Angriffspunkt gewesen war, wurde von den Mergentheimern mit athletischen Abwehraktionen irgendwie wieder auf die MPG-Netzseite zurück gespielt. Schnell lagen die MPGler mit 0:5 zurück. Coach Uwe Altenborg nahm eine erste Auszeit mit Erfolg. Das MPG holte kurzzeitig wieder auf, konnte die Unsicherheit aber bis zum Ende des ersten Satzes (17:25) nicht ablegen. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein hochklassiges Finalspiel. Da die MPGler sich zunhemend besser in der Abwehr positionierten und bewegten, konnten sie ihre eigenen Stärken im Angriff besser nutzen. Sowohl Mergentheim als auch Heidenheim schenkten sich nichts. Abwehrbälle hoch in die Feldmitte, Zuspiel und Angriffsschläge von der 3m-Linie. Das spielt normalerweise die zwei Jahre ältere Wettkampfklasse 3. Es sammelten sich Zuschauer ums Finalfeld. Ab 8:8 zogen die MPGler leicht davon. Dieser kleine Vorsprung wurde immer größer, die MPGler immer sicherer. Elias blckt den Hauptangreifer gleich zweimal weg, Simon lässt den Gegnern mit seinen Angriffsschlägen in der Abwehr keine Chance mehr, Nick nutzt die Lücken des Gegners… 25:14. Satzausgleich und Durchschnaufen!
Der zweite Satz hatte Nerven und Kraft gekostet. Etwas unkonzentriert gingen die MPGler in den Entscheidungssatz. Schnell musste eine Auszeit bei 0:4 her. Bei 5:8 wechselten die Finalisten die Netzseite. Eine Phase mit umkämpften Ballwechseln folgte. Auf 9:11 kamen die MPGler hier wieder heran. Erneut konnten starke Angriffe von Grotz, dem besten Angreifer des Turniers, die Mannschaft auf 12:13 heran führen. Auch zum Schluß behielten die MPGler mit einem Aufschlagfehler und einem Netzfehler das Heft in der Hand. Leider zugunsten der Gegner.

Nach einem dramatischen, hochklassigen und sehenswürdigen Finale konnte das MPG-Team erhobenen Hauptes als Vizemeister die Halle verlassen. Mit im Gepäck das Ticket für das Landesfinale, das im RP Freiburg stattfinden wird. „Da wird doch wohl auch eine Übernachtung dabei sein.“ verkündete der Organisator des Turniers unter großem Jubel der MPGler.