Max-Planck-Gymnasium

MPG-Lehrer initiiert JtfO-Wettbewerb für soziales Lernen beim Sport

In Gesprächen mit Sportkolleginnen und -kollegen aus allen Sportbereichen, aber auch aus Beobachtungen wurde dem MPG-Sportlehrer Uwe Altenborg immer deutlicher, dass in vielen Sportarten und Vereinen überehrgeizige Trainer und Eltern am Spielfeldrand ihren eigenen Kindern bzw. Spielern unfaires, unsportliches Verhalten vorleben. In vielen Fällen ahmen die Kinder dieses Verhalten leider nach, sind nicht mehr in der Lage, bei Meinungsverschiedenheiten im Wettbewerb konstruktiv zu handeln. Das Sozialverhalten ist mangelhaft und geht bis zu Beleidigungen bzw. Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter, Gegenspieler, Zuschauer. 

Aufgrund einer Erfahrung in der Talentförderung des Volleyball-Landesverbandes kam Uwe Altenborg die Idee, im Rahmen des Schulmannschaftswettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia - Volleyball" einen Wettbewerb ins Leben zu rufen, der den Sportlern mehr Eigenverantwortung in der Regelauslegung überträgt.
Vom Regierungspräsidium Stuttgart wurde der Vorschlag mit einer neuen Wettkampfklasse 4.2 aufgegriffen und in das JtfO-Programm als Testwettbewerb aufgenommen.

Die Regeln sind leicht verständlich. Es wird 2:2 gespielt. Coaching ist nur in Satzpausen und nach Spielen erlaubt. Einen Schiedsrichter gibt es nicht, so dass sich die gegnerischen Mannschaften nach jedem Ballwechsel über den Punktgewinn einigen müssen. Nur bei absoluter Uneinigkeit darf in Ausnahmefällen ein Lehrer um einen Schiedsspruch gebeten werden. Diese Regelung fordert und fördert soziales Verhalten sowie konstruktive Angehensweise der Kinder bei Meinungsverschiedenheiten.

Nun ist Volleyball allerdings eine koordinativ höchst anspruchsvolle Sportart. Damit nicht nur Vereinsspieler von dem Wettbewerb profitieren können, ist das Feld auf 4,5m x 4,5m verkleinert. Zudem wird das Regelwerk so verändert, dass Ballwechsel zustande kommen: statt eines Aufschlags, der bei Untrainierten in vielen Fällen misslingt, darf der Ball auch eingeworfen oder eingepritscht werden.
Außerdem muss der Ball erst zum Mitspieler gespielt werden, bevor er das Netz überqueren darf (Ausnahme: Eröffnung Ballwechsel). Wenn ein Team den Ball sogar dreimal innerhalb des Teams gespielt hat und damit direkt anschließend den Punkt erzielt, so zählt der Ballwechsel doppelt. Auf diese Weise wird das 2:2 zu einem echten TEAMspiel und einer schweißtreibenden Angelegenheit.

Nun war es soweit. Im Kreis Heidenheim nutzten neben dem MPG bereits 3 weitere, weiterführende Schulen mit 13 Jungen- bzw. Mädchenteams die Gelegenheit, innerhalb eines sportlichen Wettbewerbs die Sozialkompetenz ihrer eigenen Schüler zu fördern (siehe Artikel "MPGler gewinnen sozialen Sportwettbewerb". Die übrigen Schulen erhalten im kommenden Jahr erneut Gelegenheit, die Chance nicht wieder zu verpassen.


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