Max-Planck-Gymnasium

Geschichte 4-stündig: Besuch der Zentralen Stelle in Ludwigsburg

Am 6. Juli 2015 war es endlich so weit. Der Geschichte-4-stündig-Kurs bei Herr Wagner, dem Großen, durfte sich das erste Mal in das Abenteuer namens „Exkursion“ stürzen.

 

Abfahrtstreffpunkt war um 9:30 Uhr am Fechtzentrum. Nachdem wir nach etlichen Diskussionen in den Deutsch-Unterricht gegangen waren, uns angemessen gestärkt und uns auf die Autos aufgeteilt hatten (hierbei übrigens noch mal ein großes Dankeschön an Frau Zillgen und Frau Keck, die sich tatsächlich freiwillig mit uns abgegeben und uns durch die Gegend kutschiert haben!). Nach circa 1.5 Stunden Fahrt (Herr Wagner, Sie Raser!), hatten wir es doch tatsächlich ans Ziel geschafft: Die „Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg“. Nachdem Herr Kress uns in das Gefängnis (es ist wirklich ein ehemaliges Frauengefängnis) gebracht hat, wurden wir erst einmal mit Infos über die Zentrale überschüttet: die Bedeutung des Namens, über die dort zu verrichtende Arbeit usw. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten (die wohl teilweise auch an der Müdigkeit lagen, auch wenn es „schon“ elf Uhr war) wurde der Geschichte-Kurs warm und eine interessante Diskussion entstand. Als nächstes erhielten wir einen exklusiven Blick in das „Herz“ des Bundesarchivs. Dort sprachen wir mit einer langjährigen Mitarbeiterin und auch über die Kartei erfuhren wir hier einiges. Danach noch ein kurzer Abstecher zu den 80-km-Akten, in welche wir stichprobenartig einen kurzen Blick werfen durften, bis wir schließlich zum heißersehnten Mittagessen entlassen wurden. Hierfür musste der Bäcker quer über die Straße herhalten (der an diesem Abend wohl einen sehr erfolgreichen Kassensturz hatte). Als wir uns nach 30 Minuten wieder am Tor trafen und zurück in unsere Zelle (bzw. unseren Raum) geleitet wurden, wurden wir (nach langwieriger Entzifferung eines altdeutschen Textes/Briefes) in Arbeitsgruppen eingeteilt. In insgesamt sechs Kleingruppen sollten wir eigenständig im Fall Wilhelm Boger ermitteln. Hierbei hatte jede Gruppe ein anderes Thema, wie den Lebenslauf Bogers, Beweisführung oder die Verteidigung. Diese wurden später präsentiert und ergaben alles in Allem einen Ablauf vor Gericht. Die Präsentationen erstellten wir mit Hilfe von Materialien aus dem Archiv (jede Gruppe erhielt ihre eigene Akte mit unterschiedlichen Quellen, die teilweise aus Briefen oder auch Zeugenaussagen etc. bestanden).

Schlussendlich wurde noch über den Ausgang des Verfahrens, Schwierigkeiten bei dieser Art von Verfahren und dann noch über die Erfahrungen des Tages, die wir erhalten haben, gesprochen.

Nach einer weiteren Fahrt kamen wir mit einem brummenden Schädel und einem Haufen an Erinnerungen und Wissen am MPG an.


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