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Nach endlosen Vorbereitungen, Neugier und natürlich auch der Frage, ob man denn seekrank werden würde, war es endlich so weit: Die Studienfahrt 2015 (16. bis 23. Mai 2015) – Segeln im Ijsselmeer – konnte beginnen. Am Samstagabend um 21.30 Uhr traf man sich dann in gespannter Erwartung mit Herrn Wagner am Bahnhof in Heidenheim. Schnell wurden die Eltern verabschiedet und im Zug schon mal auf Amsterdam hin gefiebert. Die Reise war lang und auch wenn es Nachtzug bzw. Schlafwagon heißt, schlafen konnten viele deswegen trotzdem nicht.

 

Nach der Ankunft am darauffolgenden Tag gegen 09.00 Uhr am Amsterdamer Bahnhof und der etwas komplizierten Gepäckverstauung in dafür vorgesehenen Schließfächern kam schon wieder die nächste Hürde: der Fahrradverleih. An das Fahrrad, das lediglich mit Rücktrittbremse und dafür gleich mit zwei Hochsicherheits-Alcatraz-Gedächtnis-Schlössern ausgestattet war, mussten wir uns erst noch gewöhnen. Und dann ging es auch schon los. Herr Wagner vorneweg, und alle anderen hinterher – ohne Rücksicht auf Verluste. Rückblickend ist es ein wahres Wunder, das wir es geschafft haben, wieder heil aus Amsterdam heraus zu kommen, ohne überfahren zu werden bzw. jemanden überfahren zu haben. Nach einer Stadtbesichtigung querfeldein und vielen interessanten Fakten rund um die City hatten wir Schüler noch einiges an Freizeit, die je nach Belieben in diversen Cafés, Shoppingmeilen und natüüüüürlich auch Museen verbracht wurde. Dabei überraschte die Stadt mit wirklich schönem Ambiente in Form von romantischen Grachten, niedlichen Hausbooten, aber auch extrem teuren Preisen für Nahrungsmittel und Co. Ziemlich fußlahm und geschafft nach einem langen Tag trafen wir uns gegen Abend wieder am Bahnhof, um die vorläufig letzte Etappe der Reise – nämlich Enkhuizen – zu erreichen. Unser Boot, die „Moeke Zorn“, war schnell gefunden. Und langsam fragten die ersten sich wirklich, ob sie nicht doch vielleicht die kleineren Koffer hätten mitnehmen sollen, da die Kabinen wirklich nicht gerade als groß beschrieben werden konnten. Doch ein intensiver Nachmittag quer durch Amsterdam hinterließ Spuren und so war es nicht verwunderlich, dass wir, nachdem wir die Quartiere bezogen hatten, wie die Steine in die Betten fielen. Der nächste Tag begann dann sogleich voller Tatendrang, mit einem Einkauf in dem örtlichen Supermarkt sowie einer Einweisung in die Künste der Seefahrt. Mit Knoten und allem was dazu gehört. Das Segeln war doch etwas komplizierter als gedacht, doch dank der Hilfe von Gerrit – unserem Skipper – und Laurens – dem „Bootsjungen“ – schafften wir es, ein ganz schönes Stück zu segeln, und der ein oder andere musste feststellen, dass er doch nicht so seefest ist wie anfangs gedacht. Die nächsten Tage bestanden aus der festen Routine des morgendlichen Frühstücks, eventuellen Besorgungen und des Lossegelns. Auf See wurde dann das Mittagessen in Form von belegten Broten gereicht und weiter gesegelt, bis wir den nächsten Hafen erreichten. Dort ging es dann wieder zu dem nächsten Einkauf für den Tag sowie dem Kochen des dafür eingeteilten Küchenteams und den allabendlichen Veranstaltungen wie Spaziergängen – an denen sich sogar die Jungs beteiligten! –, dem Singen zur Gitarre sowie den Rommé-Runden mit Herr Wagner. Das Wetter war entgegen allen Befürchtungen doch noch sehr gut und so konnten wir das Meer (ein paar Verrückte wagten sich einmal sogar in die eiskalten Fluten), den Wind und ab und zu ein paar Schüsselchen Vla (ausgesprochen Flaaaaaaa, damit ist eine Art Pudding, der in Tetrapacks verkauft wird, gemeint) genießen. Nach einer Übernachtung im Hafen von Harlingen, der Insel Terschelling und Makkum führte unser letzter Tag auf See uns wieder zurück in den Hafen von Enkhuizen, wo wir die Ehre hatten, dass unser Skipper für uns kochte. Kredenzt wurde Hutspot – ein sehr deftiges traditionelles holländisches Wintergericht, bestehend aus einer Art Kartoffelpüree mit Karotten (hauptsache, alles ist schön orange), das mit Soße und Wurst, Speck und Schinken gegessen wird. Alles in allem ein sehr ausgelassener Abend mit gutem Essen, guter Laune und was sonst noch dazu gehört. Nur die Ankündigung neuer Streiks bei der Bahn bereiteten uns einige Sorgen, da wir unseren Nachtzug auf der Liste der Ausfälle aufgefunden hatten. Das Umplanen und Ausweichen auf einen anderen, früheren Zug stellte sich dann aber doch als nicht nötig heraus, da durch eine vorläufige Einigung der Streik eingestellt wurde und unser Zug glücklicherweise doch wie geplant fuhr. Den wirklich letzten Tag unserer Studienreise verbrachten wir nach der Zugfahrt morgens dann noch in Amsterdam mit sehr viel freier Zeit zur Verfügung, die jeder nach Belieben nutzen konnte, um noch das ein oder andere von der Stadt mitzukriegen. Ziemlich fußlahm und geschafft konnten wir uns dann um 20.31 Uhr in den Nachtzug Richtung Heimat setzten, wo wir gegen 6.00 Uhr erschöpft und übermüdet, aber voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnissen eintrafen.